Mein Ende gehört mir!

Die Gesetzesinitiative gegen die bisher legale, fachgerechten Freitod-Beihilfe ist eine erneute Kriegserklärung an die säkulare Szene.

http://www.focus.de/kultur/kino_tv/ex-spd-chef-zum-tod-udo-reiters-muentefering-keine-helden-der-selbsttoetung-feiern_id_4195676.html

Die Überheblichkeit mit der sich die Große Kloalition nicht nur um die Verwaltung Deutschlands kümmert, sondern Papa spielen möchte und sich in das Privatleben von Menschen einmischt hat Methode. Meiner Einschätzung stehen dahinter die reaktionären Lobbykräfte des Klerus und lassen ihre Beziehungen spielen.

Nachdem es letztes Jahr mit flächendeckenden Hinweisen an Ordnungsämter und Veranstalter zum Hasenfest 2013 der Verweis auf die Stillen Feiertage wg. des angeblichen Jahrestages der angeblichen Jesus-Hinrichtung war, ist es dieses Jahr die legale Möglichkeit des selbstbestimmten Ablebens mit fachgerechter Assistenz.

Ein Dorn im Auge der christlichen Leidkultur, die jedem die Bürde des Lebens, auch wenn es Krebs zerfressen voll Schmerzen peinsam langsam zu Ende geht, aufzwingt. Und das auch Menschen, die nicht an Geister, Gespenster oder Götter glauben.

Ich nenne das Meinungsfaschismus.

Der eigene Wille, die eigene Freiheit, „die an der Nase des Anderen endet“ steht über fremder Moral, Sitte und Gesetz. Daher meine Antwort: JA! Selbstbestimmter Bilanz-Freitod wie bei Udo Reiter, Gunter Sachs, etc. sollte auch mit sachgerecht assistierter Beihilfe möglich sein.


http://www.nordbayern.de/region/palliativmediziner-lehnen-suizidhilfe-ab-1.3939220

FEHLER! Da Palliativmediziner ein finanzielles Eigeninteresse am möglichst langen Leben von todsterbenskranken Patienten haben, ist deren Meinung irrelevant.

Aber auch in der Szene der Leidensverdiener ist man zu einer neutralen Ansicht in der Lage: http://www.main-spitze.de/lokales/ruesselsheim/ruesselsheim-palliativ-mediziner-plaediert-bei-besonderen-umstaenden-fuer-recht-auf-assistierten-suizid_14788080.htm


Das Gesülze geht weiter:

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article133149576/Fuer-eine-Beratungspflicht-auch-bei-der-Sterbehilfe.html

Sind alle Argumentationen um Kleinigkeiten so hirnfrittierend länglich? Hirnfrittieren ist auch eine Taktik völligen Blödsinn glaubhaft erscheinen zu lassen.

Ich habe das dumpfe Gefühl, dass in diesem hirnfrittierenden Wortschwall nicht nur viel Wortgeklingel, sondern auch fundierte logische Fehler drinstecken. Mindestens eine Kategorienverletzung zwischen Fremdbestimmung über Embryonen gegenüber Selbstbestimmung über sich selbst.


Ein angenehm neutraler Bericht über den selbstbestimmten Bilanz-Freitod von Prof. Dr. Udo Reiter: www.pro-medienmagazin.de/politik/detailansicht/aktuell/ehemaliger-mdr-intendant-tot-aufgefunden-89704/

Auf kath.hetz findet sich natürlich bösartig konstruiertes Unverständnis für das Handeln selbstbestimmter Menschen: http://kath.net/news/47894


Wenn ich dafür sorgen will, das die reiche Erbtante ihren Freitod fremdbestimmt in Bälde nimmt, dann brauche ich dafür keine gesetzliche Regelung. Nur ein bisschen Recherche und Mut. Viel Mut, den Menschen jetzt auch schon haben.

Zu glauben, mit einer zusätzlichen Erlaubnis-Regelung für fachgerecht assistierten Freitod von Leidenden würde neuer Missbrauch betrieben, zeigt mir ein äußerst düsteres Menschenbild — zuviel Altes Testament.

Und wieder erheben sich Religiöse über Normale. Und weil es nicht reicht, müssen die Katholibans auch noch die Evangelischen emotional ausbeuten: http://www.katholisch.de/de/katholisch/themen/gesellschaft/141016_sterbehilfe_debatte_bundestag.php

Sogar die Zeit schreibt: »Wem gehört mein Tod? Die Debatte über Sterbehilfe ist einer der letzten Verteidigungskämpfe des politischen Christentums. Neben Würde und Selbstbestimmung geht es auch um Macht.« http://www.zeit.de/kultur/2014-11/sterbehilfe-macht-religion-essay

 

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