Wieder nur an der Oberfläche gekratzt

Warum geht denn keiner an die unteren Ebenen ran? Religiöses Verhalten dürfte es geben, seit es die Lernfähigkeit von Neuronen gibt. Also seit ca. 500 Mio Jahren. Beim DLF wir mal wieder an der äußeren Schicht der Kognition gekratzt, aber nicht im Stamm gebohrt. Sinn braucht keine Sau, aber Stressbewältigung.

Religion ist die Fortsetzung der Biologie (auch) mit den Mitteln der Kultur.

http://www.deutschlandfunk.de/religion-warum-menschen-glauben.1148.de.html?dram%3Aarticle_id=353377

Notizen 1

Es geht darum, warum es so etwas-wie-Religion überhaupt gibt. Es geht nicht um die historisch-geologischen zufälligen Erscheinungen (Riten/Kulte).

Gerade ist mir die wichtige Frage aufgekommen, welche Parameter den Umgang einer Kulturgemeinschaft mit ihren Frauen (= biologischer Flaschenhals) steuern. Also warum kleine Gemeinschaften ein eher distanziert-neutrales bis anbetendes Verhältnis zu Frauen haben, während tendenziell größere Kulturgemeinschaften misogyn sind.

Ich arbeite mich also vom Fundament der Maslowschen Bedürfnispyramide nach oben durch. Die meiste Literatur, die ich kenne geht den anderen Weg und bleibt IMHO in der bedeutungslosen Detailliertheit der kulturellen Phänomene hängen. Aber vielleicht sind biologistische Erklärungen auch gerade nichte en vogue, weil die Geisteswissenschaften um ihre Existenz kämpfen.

Pauschal geurteilt

http://de.richarddawkins.net/foundation_articles/1837

http://de.richarddawkins.net/foundation_articles/2014/5/7/glauben-ist-einfach-denken-nicht

»Nichts in der Biologie macht Sinn außer im Licht der Evolution!«

http://www.scilogs.de/natur-des-glaubens/nichts-in-der-biologie-macht-sinn-au-er-im-licht-der-evolution/

http://www.wort-und-wissen.de/sij/sij161/sij161-k.html

Das Phänomen »Religion« selbst ist durch Evolution entstanden. Es ist biologistisch begründbar.

Dabei sind manche Elemente (Rituale und gelegentlich Ernährungsregeln) direkt aus der reinen Biologie und Regionalökonomie (Neuronen und Hormone, Krankheiten) erklärbar. Die jeweiligen Details sind historisch-zufällig und daher belanglos.

Die Regelung des Sexualverhaltens durch religiöse Regeln ist mit der nackten Biologie zuzüglich der Soziobiologie beschreibbar. Dies trifft also für alle höher entwickelten Lebewesen mit Brutpflege zu.

Dass wir Sinn (= Absicht, Intention) suchen ist aus unserem Sozialverhalten in Gruppen erklärbar. Zuzüglich auch aus der Koginition von Ursache und Wirkung, die wir mit einigen anderen Spezies (Primaten, Rabenvögel, Kea, …) teilen.

Und aus den aktuellen Forschungen der theoretischen Biologie ergeben sich neue Ansichten über Kooperation und Gruppenselektion.

Es dürften sich dabei 20 – 30 Aspekte ergeben, die nicht zwingend notwendig in allen historisch-zufälligen religiösen Erscheinungsformen vorhanden sein müssen. Ich habe das schon mal »Religionskuchen« genannt.

»Religion ist die Fortsetzung der Biologie mit den Mitteln der Kultur.«

Klafuenf 2011

Dawkins sinngemäß: „Wenn ein Steinzeitmensch hört wie es im Gebüsch raschelt, dann kann er entweder annehmen es sei nur der Wind oder aber ein gefährliches Raubtier das ihm auflauert. Der Reflex, vor einem Rascheln im Gebüsch Angst zu haben, auch wenn er die Ursache dafür nicht kennt, ist ein evolutorischer Vorteil gegenüber dem der nachschaut was da raschelt und dann vom Leoparden gefressen wird. Daher entstand die Neigung hinter Ereignissen, deren Ursache unbekannt ist, einen Beweger zu vermuten. Dann ist es ein Wesen mit übernatürlichen Kräften das die Blitze und den Donner macht. usw.“