Anfang Oktober 2026 begann eine Stadtratssitzung in Ottumwa, Iowa mit einem Gebet von Matt Dalbey vom Satanischen Tempel. Das Gebet endete mit den Worten „Hail Satan“ und löste im Saal und online heftige Reaktionen aus.
Hintergrund war eine neue Richtlinie des Stadtrats, die es allen Einwohnern – unabhängig von der religiösen oder philosophischen Überzeugung – erlaubt, die Eröffnungsrede bzw. das Gebet zu halten. Die Stadtverwaltung betonte, dass die Erlaubnis zur Rede keine inhaltliche Billigung durch den Rat darstelle.
Hintergrund und Motivation
Der Satanische Tempel nutzt solche Auftritte meist als symbolischen oder juristischen Protest, wenn öffentliche Stellen oder Gremien religiöse Gebete (meist christliche) bei offiziellen Versammlungen zulassen.
Nach US-amerikanischem Verfassungsrecht argumentieren Organisationen wie der Satanische Tempel, dass ein Gremium, das Gebete einer bestimmten Religion erlaubt, andere Weltanschauungen nicht ausschließen darf. Als Alternative fordern Kritiker oft, jegliche Gebete bei Ratssitzungen ganz abzuschaffen und stattdessen eine Schweigeminute einzuführen.
“Dear Dark Father, let us stand now unbowed and unfettered by arcane doctrines born of fearful minds in darkened times. Let us embrace the Luciferian impulse to eat of the tree of knowledge and dissipate our blissful and comforting delusions of old. Let us demand that individuals be judged for their concrete actions, not their failure to adhere to arbitrary social norms and illusory categorizations. Let us reason our solutions with agnosticism in all things, holding fast only to that which is demonstrably true. Let us stand firm against any and all arbitrary authority that threatens the personal sovereignty of one or all. That which will not bend must break, and that which can be destroyed by truth should never be spared its demise. It is done. Hail Satan.”
»Lieber Dunkler Vater, lass uns nun unbeugsam und unbeeinträchtigt von geheimnisvollen Lehren stehen, die aus ängstlichen Gemütern in dunklen Zeiten entstanden sind. Lass uns den luziferischen Impuls annehmen, vom Baum der Erkenntnis zu essen und unsere glückseligen und tröstlichen Wahnvorstellungen von einst zu zerstreuen. Lass uns fordern, dass Menschen nach ihren konkreten Taten beurteilt werden und nicht danach, ob sie willkürliche gesellschaftliche Normen und illusorische Kategorisierungen einhalten. Lasst uns unsere Lösungen mit Agnostizismus in allen Dingen begründen und uns nur an das halten, was nachweislich wahr ist. Lasst uns standhaft gegen jede willkürliche Autorität stehen, die die persönliche Souveränität eines Einzelnen oder aller bedroht. Was sich nicht beugen lässt, muss zerbrechen, und was durch die Wahrheit zerstört werden kann, sollte niemals vor seinem Untergang verschont bleiben. Es ist vollbracht. Heil Satan.«